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Yaya Arouna ackert für das weiße Gold

Yaya Arouna ist einer von 237.000 Kleinbauern, die mit der Initiative Cotton made in Africa zusammenarbeiten. Zwei der insgesamt 257.000 Tonnen Rohbaumwolle, die jedes Jahr nach den Kriterien von Cotton made in Africa nachhaltig produziert werden, hat Yaya Arouna auf seinem Land geerntet.

Baumwolle aus Afrika
Kleinbauer in Afrika
 

Was eine Käferzählkarte ist, erfuhr Ulrike Okbay-Reichert, Einkaufsleiterin bei der Einzelgesellschaft OTTO, erst, als sie im westafrikanischen Burkina Faso dieses laminierte Stück Fortschritt in den Händen hielt. Viele kleine Käferchen sind darauf abgebildet, jedes ist den Kategorien gute beziehungsweise schlechte Käferchen zugeordnet.

Neben den Insektenbildern sind viele bunte Textmarkerpunkte zu sehen – jeder steht für einen Käfer, der auf einem bestimmen Teil einer Baumwollpflanze gefunden wurde. Ein ebenso einfaches wie wirkungsvolles Instrument, um umweltschonenden Baumwollanbau zu ermöglichen. Auch Bauern, die weder lesen noch schreiben noch rechnen können, können so auf Anhieb erkennen, ob das „weiße Gold“ von Schädlingen bedroht ist. Wenn die Punkte neben den bösen Käfern überhandnehmen, ist es Zeit, gegenzusteuern.

 
 
 
Yaya Arouna

Yaya Arouna
ist einer von 237.000 Kleinbauern, die in fünf afrikanischen Ländern mit der Initiative Cotton made in Africa zusammenarbeiten. Zwei der insgesamt 257.000 Tonnen Rohbaumwolle jährlich, die nach den Kriterien von Cotton made in Africa produziert werden, stammen von den zwei Hektar Land, das Yaya Arouna für die Initiative beackert. Schwere körperliche Arbeit ist das, die sich von der Vorbereitung der Felder im April bis zur Ernte der reifen Kapseln im November und Dezember hinzieht. Der Anbau hat schonend zu erfolgen, so das erklärte Ziel der Initiative. Yaya Arouna benötigt dazu keine Käferzählkarte. Der 40-Jährige ist acht Jahre lang zur Schule gegangen und spricht drei Sprachen: seine Muttersprache Yom, das regional verbreitete Dendi und Französisch.

Ulrike Okbay-Reichert sorgt dafür, dass OTTO-Kunden, die an nachhaltigen Produkten interessiert sind, im Sortiment nicht erst lange suchen müssen. Unter dem Begriff „Ecorepublic“ (otto.de/Ecorepublic) sind seit 2009 alle Artikel gebündelt, die OTTO etwa in Form von Mode aus nachhaltig angebauter Baumwolle, Möbeln aus nachhaltiger Forstwirtschaft, energiesparenden Elektrogeräten oder Schuhen mit Naturkautschuksohlen zu bieten hat.

Fünf so genannte ECO-Facts erläutern den Konsumenten, was am jeweiligen Produkt besonders nachhaltig ist: ECO Bio für Produkte aus natürlichen Rohstoffen, ECO Recycling für Waren aus wiederverwerteten und wiederverwertbaren Materialien, ECO Engagement für Produkte, die gemeinnützige Initiativen fördern, ECO Energie für verbrauchseffiziente Geräte und ECO Vital für alles, was der Gesundheit und dem Wohlbefinden dient. „Rund 3.600 nachhaltige Produkte machen Ecorepublic aus, und wir wollen das Sortiment stetig erweitern“, sagt Okbay-Reichert. Und das nicht nur für die Gruppe eher einkommensstarker bewusster Konsumenten, denen Trend- und Konsumforscher vor einigen Jahren das Etikett „Lohas“ verpasst haben – weil sie einen gehobenen „Lifestyle of Health and Sustainability“ pflegen, also gesundheits- und umweltbewusst leben wollen. Sondern für alle, die dazu beitragen, dass die Nachfrage nach ethisch korrekten Qualitätsprodukten seit Jahren kontinuierlich steigt. „ OTTO will nicht nur bei den Experten der Branche als nachhaltig tätiges Unternehmen wahrgenommen werden, sondern auch bei den Kunden“, sagt Okbay-Reichert.

Ihr Auftrag ist es, mit Ecorepublic Sichtbarkeit zu schaffen. Vorläufer ist ein kleiner Online-Shop namens Naturwelt, der gerade mal 500 nachhaltige Produkte im Angebot hatte. Okbay-Reichert, die zuvor den Einkaufsbereich Kinderoberbekleidung geleitet hatte, entwickelte binnen weniger Monate mit einem Projektteam das Konzept. Auf einer Reise nach Mailand kam ihr bei der Beschäftigung mit anderen Markennamen die Inspiration für das Label Ecorepublic. „Eine Vision von Konsumentendemokratie und einer Gemeinschaft von Menschen, die das Thema innerhalb und außerhalb des Konzerns nach vorne treibt.“

Zusätzlich dirigiert Okbay-Reichert ein dreiköpfiges Team von Einkäufern und Scouts, die Ausschau nach nachhaltigen Produkten halten. Bis es irgendwann weltweit einheitliche Klassifizierungen geben wird, tragen die Waren noch verschiedene international anerkannte Gütesiegel. Goodweave für handgearbeitete Teppiche aus Nepal und Indien, die ohne Kinderarbeit hergestellt werden. Die EU-Blume für energiesparende Fernsehgeräte. Das FSC®-Zertifikat für Holz aus verantwortungsvoller Waldwirtschaft. Das Seal of Approval, das für allergenarme oder -freie Stoffe steht. Und nahezu 100 Prozent aller OTTO-Textilien tragen mittlerweile das Siegel „Hautfreundlich, weil schadstoffgeprüft.“

Nachhaltige Mode-Fremdmarken wie Arqueonautas, Kuyichi oder Misericordia konnte Okbay-Reicherts Team erfolgreich für Ecorepublic gewinnen. Prominente wie der Modeschöpfer Michael Michalsky oder Thomas D, Rapper der Fantastischen Vier und Designer der Marke Pyua, präsentieren für OTTO trendige Mode aus nachhaltigen Textilien.

Ecorepublic

Ecorepublic
verbindet Stil konsequent mit Nachhaltigkeit – und das kommt an. Die Zahl der in der Ecorepublic angebotenen Artikel hat sich seit dem Start mehr als versechsfacht, im Jahr 2010 wurden bereits rund zwei Millionen Teile verkauft. Künftig soll Ecorepublic sich als eigenständige Modemarke auch in den Bereichen Einrichten und Heimtex mit einem umfassenden Sortiment etablieren.

Dr. Michael Heller, OTTO-Vorstand Einkauf: „ Das Angebot an nachhaltigen Produkten wächst auch bei anderen Konzernfirmen. Nachhaltigkeit wird im Unternehmen schrittweise in alle wesentlichen Geschäftsprozesse integriert. Sie beginnt bei der Produktion der Rohstoffe und endet mit Auslieferung der Waren an den Kunden .“

Landwirt Yaya Arouna ist einer der Rohstoffproduzenten. Die Baumwolle, die er anbaut, wird vielleicht eines Tages in einem der Artikel verarbeitet, die in Okbay-Reicherts Ecorepublic zuhause sind.

Seitdem Yaya Arouna für Cotton made in Africa arbeitet, hat sich viel getan. „Dank der Initiative haben wir gelernt, wie wir die Qualität unserer Felder nachhaltig verbessern können.“ Mit Dung und Hülsenfrüchten reichert er die Böden an, seine Produktion pro Hektar liegt weit über dem Durchschnitt in der Region. „Ich verdiene mehr als die anderen im Dorf, die nicht bei Cotton made in Africa eingestiegen sind“, sagt Yaya Arouna, der seine achtköpfige Familie ernähren muss. „Außerdem hat die Initiative in den Bau von Schulen investiert und sorgt dafür, dass unsere Kinder gut ausgebildet werden.“

Yaya Arouna und Okbay-Reichert, Cotton made in Africa und Ecorepublic: Zwei von vielen Beispielen, wie die Otto Group ihre Verantwortung für Mensch und Natur in die Tat umsetzt. Einer, der dazu entscheidend beiträgt, sitzt umringt von seiner großen Familie in Sekrou im Norden Benins vor seinem Haus. Die Sonne brennt auf die dürren Baumwollfelder, die schon vorbereitet sind für neues Wachstum und neue Arbeit. Yaya Arouna lässt die Männer in seinem Dorf aktiv an seinem Wissen um schonenden Baumwollanbeu teilhaben. Denn, sinniert sein hochbetagter Vater, Orou Yaya, der selbst nicht lesen und nicht schreiben kann: „Bildung macht einen Bauern zu einem besseren Bauern.“

Kraft der Verantwortung

Kampagne: Kraft der Verantwortung
Ob zum Thema Wirtschaftlichkeit, Innovation, Vielfalt oder Nachhaltigkeit: Mit jedem Engagement werden wir unserer Verantwortung ein Stück mehr gerecht.

Karte Afrika

Baumwolle aus der Subsahara
Fünf afrikanische Länder arbeiten mit der Initiative „Cotton made in Africa“ zusammen.

Corporate Responsibility bei der Otto Group

 

Dr. Michael Heller

 
 
 
 
 
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